Tuesday, July 29, 2008

Ich bin cool - bist du cool?

This is a reprint of an interview I did with Uwe Kind in 2004 for the KiNA Magazine. Uwe has just released a new CD, LingoTech Deutsch, which I am pleased to offer to you and this seemed to be a great time to re-release this article. I plan to translate it into English as well soon.


Zehn Uhr morgens bei der Hopewell Valley Central High School in New Jersey. Über 800 aufgeregte Teenagers verhalten sich, als ob sie bei einem Rock-Konzert wären. Es wird mitgetanzt und mitgesungen, alles auf Deutsch natürlich. So ist es einfach bei einem Konzert von Uwe Kind. Das muss man wenigstens mal miterleben. Sarah Mueller war vor kurzem dabei und hatte später die Gelegenheit mit Uwe zu sprechen.

SM: Deine Geschichte ist echt interessant - Du bist mit Deinen Liedern und Deinen Büchern in der ganzen Welt bekannt. Wie hast Du damit angefangen?

UK: Ich war (Deutschlehrer) an der New School (in New York) und während der Kaffeepause habe ich immer Volkslieder mit meinen Schülern gesungen und dabei bemerkt, wie schnell sich meine Schüler die Texte der Volkslieder eingeprägt und in Ihr Vokabular aufgenommen haben. Das hat mich auf die Idee gebracht, deutsche Grammatik und Sprechakte mit Musik zu lehren. Der Erfolg war sofort sichtbar.

Mein erstes Buch mit Ursula Meyer vom Goethe Institut New York hiess: “O, Susanne, ja konjugiere für mich”) eine Art von “Vermusizierung der deutschen Grammatik

SM: Also hast Du gar nicht als Musiker angefangen?

UK: Nein –. Als Deutschlehrer!

Das Goethe Institut hat mich dabei sehr unterstützt und mir die Gelegenheit geboten wurde, Deutschlehrern und Schülern meine Lieder vorzuführen.

Nach ‘O,Susanne, ja konjugier für mich’, folgte ‘Tune in to English’, das in der ganzen Welt und ganz besonders in Japan ein grosser Hit wurde. Im Langenscheidtverlag erschien dann nach meinem Auftritt bei Johnny Carson und David Lettermann ‘Eine kleine Deutschmusik’ . Dieses Buch mit Musikcassetten wurde und ist immer noch ein internationaler Renner. NHKTV in Tokio machte aus der “kleinen Deutschmusik” ein erfolgreiches Fernsehprogramm.

Durch Anregung durch das Goethe Institut begannen meine ersten Konzerte und Konzerte sind nun praktisch zu meiner Hauptbeschäftigung geworden. Es begann mit 100 Schülern. Mittlerweile stehe ich schon vor 1200 Schülern. Lehrer haben schnell erkannt, dass Uwe Kind Konzerte eine ausgezeichnete Art ist, für Deutsch zu werben.

SM: Ja genau - bei Deinem Konzert wo ich dabei war, waren die Schüler total begeistert. Wie bringst Du die Kinder dazu, so toll mitzumachen?

UK: Das ist der Rhythmus der Musik, die lustigen Texte, die Bewegungen dazu und auch meine Begeisterung, die die Schüler spüren und sie mitreisst. Die Musik ist modern and cool und zu eine Art von “educational entertainment” geworden. Die neue LingoTech Konzert CD geht
Weg wie warme Semmeln und die Käufer sind nicht mehr die Lehrer, sondern die Schüler. Ich bin 55 Jahre alt, könnte gut der Grossvater von Vielen meiner Konzertteilnehmer sein, aber die Kids finden mich toll, bitten mich um Autogramme auf Ihre T-shirts, Schuhe Hände und Arme. Wenn für ein Lernfach soviel Begeisterung da ist, dann weiss man, dass man ins Schwarze getroffen hat.

SM: Ich habe das gar nicht erwartet – ich habe sogar gelesen, es waren Schüler dabei, die überhaupt nicht Deutsch lernen, und die waren auch voll dabei und hatten enormen Spass. Übrigens, was ist Dein Lieblingslied?

UK: “Ich bin cool“ finde ich echt cool. In Dänemark wurde dieses Lied ein Radiohit. Aber ich liebe auch den Ohrenwurm “Ich bin Ausländer“ ,den Deutschlehrer-und Schüler mit mir identifizieren.

SM: Ja – diese Lieder haben tollen Schwung.

UK: Mit Musik und Rhythmus prägt sich Lernmaterial viel leichter ein. Das hat die Reklameindustrie schon längst erkannt. Musik entspannt, nimmt die Angst, verhindert Lernblockaden und das Lernen wird erleichtert. Der Übergang vom Singen zum Sprechen ist ein natürlicher Vorgang. Natürlich ist das Singen und Rappen nur ein Teil des
Sprachunterrichts.

SM: Viele Leute sind der Meinung, Deutsch ist eine schwierige Sprache. Was sagst Du dazu.

UK: Keine Sprache lernt sich leicht. Deutsch ist vielleicht etwas schwieriger am Anfang, aber ich sage immer, “Es ist der Sänger und nicht das Lied“ –Ist der Sänger gut, ist das Lied leicht zu lernen. Der Lehrer muss die Sprache “verkaufen” und die Sprache so attraktiv wie möglich verpacken. Musik, Rhythmus, Tanz und Bewegung gehören zu “Verpackungsmaterialien”.

SM: Hast Du einen guten Rat für Kinder, die privat Deutsch lernen wollen?

UK: Kindern lernen am besten, wenn man sie in Spiele und Aktivitäten involviert, nie kritisiert, sondern nur belohnt. Ich empfehle auch meine Bücher, wie “Eine kleine Deutschmusik”, “Deutschvergnügen” und die neue LingoTech CD.

SM: Vielen Dank für das Gespräch.
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Uwe Kind gibt Konzerte, Lehrerseminare und lehrt Deutsch bei Siemens.
Auf seiner Webseite können Sie seine Bücher, Musikcasssetten und CDs sehen und teilweise auch anhören sowie seine bekannten Talking T-Shirts sehen und ebenfalls bestellen.

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